
Jemeluk Bay: Ameds Unterwasserparadies mit verstecktem Tempel
Entdeckt Jemeluk Bay in Amed, Ostbali — ein Traumziel für Schnorchler mit leuchtenden Korallenriffen, einem einzigartigen Unterwassertempel und schwarzem Vulkankiesstrand.
Amed liegt still und beschaulich an Balis Ostküste, weit entfernt von den Strandclubs und dem Trubel im Süden. Das Fischerdorf hat eine treue Anhängerschaft unter Tauchern, Schnorchlern und all jenen gewonnen, die einen echteren Teil der Insel erleben möchten. Im Mittelpunkt dieser entspannten Küstenregion liegt Jemeluk Bay — eine geschützte, halbmondförmige Bucht, die Einheimische und Reisende gleichermaßen als den schönsten Schnorchelspot am Strand der ganzen Insel bezeichnen.
Der Unterwassertempel
Das Erste, was die meisten Erstbesucher suchen, ist der Unterwassertempel — und er ist wirklich da, auch wenn er vielleicht nicht ganz so aussieht wie erwartet. Rund 20–30 Meter vom Ufer entfernt, auf der rechten Seite der Bucht und durch eine weisse Boje markiert, steht eine Gruppe von Apsara-Statuen und ornamentalen Strukturen in 3–5 Metern Tiefe. Es gibt sogar einen funktionierenden Briefkasten da unten.
Was als Kunstriffrprojekt begann, ist inzwischen von Hart- und Weichkorallen, Seeanemonen und bunten Rifffischen besiedelt worden. Zwischen korallenbedeckten Tempelstatuen zu schwimmen, während Sonnenlicht durch das klare Wasser dringt, ist einer jener leise spektakulären Momente, die man lange nicht vergisst.
Korallengärten und Meeresleben
Jenseits des Tempels belohnt Jemeluk Bay alle, die sich Zeit nehmen. Die rechte Seite der Bucht ist geschützt und flach — ideal für Anfänger und Familien. Die linke Seite fällt steil von etwa 3 auf über 20 Meter ab und bildet eine Unterwasserfelsenwand, belebt von Fächerkorallen, Gorgonien und grossen Schwämmen.
Haltet Ausschau nach Blauflossen-Drückerfischen, Trompetenfischen, Maurischen Idolen, Buckelkopf-Papageienfischen und gelegentlich Riffhaien in den tieferen Bereichen. Die Sicht beträgt typischerweise 15–25 Meter, Strömungen sind schwach bis nicht vorhanden — was Jemeluk zu einem der zugänglichsten Schnorchelspots auf Bali macht, auch für weniger geübte Schwimmer.
Das japanische Wrack
Etwa 8,5 km südlich vom Amed Beach liegt das japanische Wrack, eines der zugänglichsten Wracks aus dem Zweiten Weltkrieg weltweit für Schnorchler. Das kleine Patrouillenboot liegt in 1–6 Metern Tiefe und ist mit Weichkorallen, Gorgonien und Hunderten von leuchtend bunten Seegoldies bedeckt. Der Spot ist frei vom Strand zugänglich, obwohl Wellenexposition ihn eher für fortgeschrittene Schnorchler empfiehlt. Mietet einen lokalen Jukung (traditionelles Auslegerboot, ca. IDR 150.000–200.000 als Richtwert), wenn ihr lieber per Boot anreisen möchtet.
Freediving und Sporttauchen
Amed ist ein echtes Freediving- und Tauchreiseziel. Der Amed Freedive Collective bietet Kurse vom absoluten Anfänger bis zum Fortgeschrittenen an — wenn ihr schon immer Apnoetauchen ausprobieren wolltet, ist Amed einer der besten Orte in Südostasien dafür. Für Gerätetauchen bringt euch Tulamben Wreck Divers zum berühmten USAT-Liberty-Wrack im nahe gelegenen Tulamben sowie zu einer ganzen Reihe lokaler Spots, die die meisten Touristen nie zu Gesicht bekommen.
Wollt ihr mehr von Ostbali jenseits des Wassers entdecken? Die Tour East Bali Hidden Coast führt euch in die traditionellen Dörfer der Region, die jahrhundertealte Salzgewinnung und die dramatische Vulkanlandschaft.
Praktische Tipps
Anreise: Jemeluk Bay liegt etwa 2,5–3 Stunden von Ubud, 3 Stunden von Denpasar und dem Flughafen und 3,5 Stunden von Canggu entfernt. Mietet ein Motorrad oder bucht einen Privatfahrer — öffentliche Verkehrsmittel erschliessen Amed kaum.
Strandeinstieg: Jemeluk ist ein Strand aus vulkanischem Kieselgestein. Barfuss laufen ist schmerzhaft und die Steine sind nass rutschig. Wasserschuhe oder Riffstiefel mit harter Sohle sind unverzichtbar.
Ausrüstungsverleih: Schnorchelsets gibt es für IDR 50.000–100.000 (ca. 3–6 USD, Richtwert) pro Tag bei den Warungs am Strand. Flossen sind meist ebenfalls erhältlich.
Beste Reisezeit: Die Trockenzeit (April bis September) bietet das klarste Wasser und ruhigste Bedingungen. Kommt zwischen 7 und 9 Uhr für beste Sichtweite und weniger Betrieb. An Wochenenden füllt sich die Bucht gegen Vormittag.
Essen und Trinken: Die Warungs am Strand bieten kostenlose Liegen mit Verzehr — ein kaltes Bintang oder eine frische Kokosnuss kostet rund IDR 40.000–50.000. Ein einfaches Mittagessen liegt bei IDR 50.000–100.000. Bringt Bargeld mit; der nächste Geldautomat ist ein kurzes Stück entfernt.
Respekt vor dem Ort: Jemeluk ist ein aktiver Fischereistand genauso wie ein Touristenspot. Einheimische Fischer bringen hier jeden Morgen ihre Jukungs zu Wasser. Ein Sarong und ein Oberteil beim Ankommen und Weggehen zeugen von echtem Respekt für die Gemeinschaft.
Wann am besten reisen?
Die Trockenzeit (April bis September) bietet die zuverlässigsten Bedingungen. Von Oktober bis März ist Regenzeit — Amed ist ruhiger und günstiger, Schnorcheln bleibt an ruhigen Tagen möglich, aber die Sicht kann schlechter werden. Da Amed nach Osten statt nach Süden ausgerichtet ist, bleibt es oft ruhiger als die Westküste, auch in der Nebensaison — was es zu einem überraschend attraktiven Ausflugsziel ausserhalb der Hochsaison macht.


